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Bericht vom Create Camp Wien, Oktober 2011

Am 8. und 9. Oktober 2011 fand in Wien ein weiteres so genanntes CreateCamp statt, das dritte seiner Art nach Klagenfurt im Februar und Wien im März 2011. Die selbst gesetzten Schwerpunkte Open Data & Web Accessibility waren von Erfolg gekrönt: An zwei Tagen brachte die Zusammenarbeit von insgesamt etwa 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine ansehnliche Liste mit Ergebnissen zustande, angefangen vom Vorabtest der Wien.at API; www.openbike.info – einer Plattform für Fahrrad bezogene Informationen  über das Redesign bzw. den den Relaunch von webtermine.at/.ch/.de/ oder den ersten Versuch, wie sich Parlamentssitzungen via Livestream am besten übertragen ließen.

Ein CreateCamp ist an sich nichts anderes als ein BarCamp mit dem speziellen Auftrag an alle Anwesenden, nicht nur etwas Eigenes zu präsentieren, sondern an ganz konkreten Projekten zu arbeiten, sei es etwa eine eigene Projektidee umzusetzen und dafür die nötigen Mitstreiter zu finden oder seine Fähigkeiten und Kapazitäten anderen Projekten zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise ist ein weit über die österreichischen Grenzen hinaus bekanntes Projekt entstanden, entwickelt und umgesetzt worden: die Visualisierungsplattform Datamaps.EU. Auf dieser Seite können können vielfältige geobasierte Daten visualisiert werden. In Österreich ist dies bis auf Gemeindeebene möglich, in Europa sind alle Länder zum Teil mit ihren Bundesländern oder Distrikten erfasst – Open Data einfach und verständlich angewendet.

Nun aber zu den Details der umgesetzten Projekten des Create Camp Wiens am 8./9.Oktober:

Wien.at API

Der Kartenserver der Stadt Wien, der am 19. Oktober im Rahmen der Wiener Open Government-Initiative freigegeben werden soll (siehe hierzu auch die offiziellen Präsentationen zu WMTS und KML), wurde gemeinsam vorab getestet. Als Test wurde der bestehende Wienplan auf Open Source Basis nachgebaut. Ziel dabei ist es Alternativen zu Google Maps und zukünftigen Möglichkeiten von offenen Geodaten aufzuzeigen. Bericht und weitere Screenshots hierzu auch im Blog von Martin Ladstätter. Mitarbeit: Sindre Wimberger, Andreas Trawöger, Martin Ladstätter und Michael Rederer.

Redesign/Relaunch der Plattformen Webtermine.at/.ch/.de

Dieses Projekt stand von den Betreibern Robert Lender und Robert Harm bzw. dem Schweizer Ableger mit Clemens Schuster seit längerem an und es war schnell klar, dass ein Wochenende hierfür nicht reichen würde.

Dennoch gibt es bereits Ergebnisse: Nach einer Analyse der Startseite erfolgte federführend durch Susanne Mandl ein reduce-to-the-max, sodass ein Erstbenutzer sich sofort über das Angebot im Klaren ist. Dazu wurde die Menüführung überarbeitet und die Seitenleiste um einige Tools reduziert. Im Design-Bereich einigte man sich auf eine neue „Leitfarbe“ (olivgrün), und Nico Grienauer spendierte Webtermine ein neues, zeitgemäßes Logo.

Der erste Tag ist auf webtermine.at dokumentiert, der zweite natürlich auch.

Bloegger.at

Die Seite Bloegger.at war von ihren alten Betreibern eingestellt worden, soll aber den österreichischen Bloggerinnen und Bloggern erneut als Vernetzungsplattform und Anlaufstelle zur Verfügung stehen und wurde daher an ein neues Team rund um Thomas Khom übergeben. Dazu gab es ein erstes gemeinsames Brainstorming, abgebildet mit dem Mindmapping Tool Mindmeister, und es wurden eine ganze Reihe von Zielen, Ideen und Tasks gesammelt. Derzeit stehen noch Updates mit den ersten Beiträgen und Erweiterungen an – und auch haben sich erste Helfende und interessierte Blogger gemeldet – Bedarf nach Bloggern und Gastautoren besteht weiterhin!

openbike.info

Geplante Anwendung mit Hilfe des ebenfalls im Rahmen des CreatCamps Wien 2011 erstellten Open Data Vienna Drupal Moduls http://drupal.org/project/odv

Anzeige diverser (offener) fahrradbezogener Daten in übersichtlicher Form. Projekt gestartet und Logo erstellt (by @grienauer). URL: http://www.openbike.info

Accessibility.at

Hier wurde die Gelegenheit genutzt, ein wenig Sitebuilding an der neuen österreichischen Accessibility Platform www.accessiblity.at zu betreiben. Anhand der vom Verein Accessible Media beschlossenen Vorgaben wurden verschiedene Tasks an der Drupal 7 Seite implementiert: Modulupdates, neues HTML5 Theme Omega (responsive) installiert, Menü Restrukturierung, Context für active Menu Trails, Suckerfish Dropdown Menu, Block für aktive Level-2 Menu Items, Listen für verschiedene Contenttypes, Blog, Userrolle Redakeur, Redakteursmenu. Als Redakteurs-Editor wurde markitup installiert, da das Projektteam (Markus Rössler, Thomas Renner, webshapers.cc) der Meinung ist, dass damit sauberer Code produziert wird als mit den WYSIWYG Dingern :-).

Light Pollution Network

Aktualisierung des Lichtmessgerätes für das Wildnisgebiet Dürrenstein
http://www.wildnisgebiet.at/de/projekte/lichtschutzgebiet.html

Migration der NOAA Lichtkarte auf neuen Tilestream Server
http://kartenwerkstatt.at/#!/map/globe-noaa-nighttime-2009

Wiederinbetriebnahme der GoogleEarth Version auf der Basis von MapProxy 1.3
http://googleearth.kartenwerkstatt.at/nighttime.kml

Linked Open Data Austria

Drupal Austria Open Data Playground, Import von offenen Daten der Stadt Wien und der Stadt Linz. Bereitstellung als Linked Open Data (RDFa, SPARQL Endpoint) und Visualisierung mit Drupal 7 (Openlayers, kartenwerkstatt.at, …).

http://austria.drupaldata.com/

Ein eigenes Drupal Modul für die vereinfachte Einbindung von Daten der Stadt Wien wurde veröffentlicht: Open Data Vienna Modul http://drupal.org/project/odv Mehr auf http://wolfgangziegler.net/article/Creating-Linked-Open-Data-Austria-at-the-Vienna-Create-Camp-11

Projekt Livestream fürs Parlament

Rechercheergebnisse und weitere Mockups (von Wieland Kloimstein) sind auf http://www.barcamp.at/CreateCampWien-ProjektLivestream zu finden.

Zusammenfassung

Neben all diesen größeren Projekten kam auch der Austausch untereinander und die wechselweise Unterstützung nicht zu kurz: So gab es für den Besitzer eines neuen MacAir Software bzw. Apps-Beratung; Blogs wurden gemeinsam neu aufgesetzt, andere wurden optimiert oder erhielten ein Facelifting; Matt, ein US-amerikanischer Open-Data-Aktivist, kam zufällig als Gast dazu und tauschte sich mit der österreichischen Community über hilfreiche Tools aus; der Datajournalist des Guardian Simon Rogers gab via Twitter Hinweise auf PDF-Scraping-Tools; und zum beliebtesten Teilnehmer wurde einhellig Alex vom Restaurant Paolo’s gekürt – er brachte sowohl samstags wie sonntags zum Lunch frische Ciabatte, Weckerl und süsse Kleinigkeiten – hier es gilt insbesonders dem Sponsoren hierfür Danke zu sagen: www.accessiblemedia.at. Die Getränke und kleineren Snacks wurden übrigens aus den vielen kleinen Micropayments für die Plattform webtermine.at aus Flattr und Kachingle gesponsort. Euch allen ein herzliches Dankeschön und bis zum nächsten CreateCamp!

Clemens Schuster (@hofrat) und Robert Harm (@robertharm)

Stadt Linz öffnet Datenbestände

Die Stadt Linz startete heute im Rahmen der Open Commons Region Linz das Datenportal http://data.linz.gv.at mit 90 Datensätzen. Zur Auswahl stehen unter anderem Statistikdaten, Daten der Linzer Verkehrsbetriebe, Luftbilder sowie Wahlergebnisse der Gemeinderats-, Landtags-, Nationalrats-, Bundespräsidentschafts- und EU Wahlen. Diese Daten können unter Berücksichtigung der Creative Commons Namensnennung 3.0 Österreich Lizenz frei verwendet werden.

Da im Rahmen eines Online-Stammtisches am 27.9. bereits interessierten Personen vorab einen Blick auf die Daten werfen konnten, habe ich die Gelegenheit genutzt, die dort vorgestellten Daten für eine App und zwei Visualisierungen zu verwenden:

1. WLAN Hotspots Linz

Wie bei der “Toilet Map Vienna” nutze ich hier Augmented-Reality-Technologie, um den nächstgelegenen WLAN Hotspot-Standort anzuzeigen. Die Applikation ist im Rahmen des Augmented-Reality-Browsers Layar für iOS, Android, Symbian und Blackberry-Smartphones verfügbar.

@sindrewimberger hat ebenfalls bereits eine Webapplikation für diese Daten basierend auf HTML5 erstellt – diese kann direkt am Smartphone unter http://hotspot.sonar1.mobi/ aufgerufen werden und zeigt die Entfernung zum nächstgelegenen WLAN Hotspot basierend vom aktuellen Standort an:

Die Luftbilder der Stadt Linz wurden von @atrawog auch schon in eine Applikation integriert:  er hat diese auf seiner Webseite http://www.kartenwerkstatt.at eingebunden, wo sie gemeinsam mit anderen Karten/Layern aufgerufen werden können:

2. Wordcloud der Gemeinderatsprotokolle

Im Datenkatalog sind auch maschinenlesbare Protokolle der Gemeinderatssitzungen  zu finden. Was ich grundsätzlich sehr spannend finde, weil dadurch Anwendungen wie z.B. http://bundestagger.de von @stefanwehrmeyer auch für Österreich denkbar werden.

Ich habe testweise die Protokolldateien genommen und mittels des Dienstes wordle.net visualisiert, welcher häufig verwendete Wörter größer darstellt. Die erste Version stellt die Rohdaten dar, bei der zweiten Version habe ich z.B. Wortstämme vereinheitlicht (sollte/sollten–>sollen; Jahr/Jahre -> Jahre etc).

3. Visualisierungen mit DataMaps.eu

Da die Stadt Linz dankenswerterweise auch unserem Projekt DataMaps.eu eine SVG-Vorlage der Linzer Bezirke zur Verfügung gestellt hat, können viele der heute veröffentlichten Daten auch mit DataMaps.eu visualisiert werden – ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1000 Worte. Nachfolgende Grafik zeigt beispielsweise die Verteilung der Mietwohnungen – weitere Beispiele auf DataMaps.eu.

Verkehrsdaten der Linz AG Linien

Sehr erfreulich ist, dass bereits  zum Start des Datenkatalogs auch Daten der Linzer Verkehrsbetriebe zur Verfügung gestellt wurden. Konkret werden im ersten Schritt Geodaten zu den Haltestellen und Infos zu den verfügbaren Linien angeboten. Wehrmutstropfen hierbei sind die Ergänzungen der Nutzungsbedingungen, die keine permanente zyklische Abfragen erlauben und dazu führen können, dass die eigene IP für den Zugriff gesperrt wird. Um jedenfalls nachhaltig auch Apps im Verkehrsbereich zu fördern (v.a. auch jene mit kommerziellem Hintergrund), bedarf es meiner Meinung nach zumindest einer genaueren Definition dieser Nutzungsbedingung (z.B. was bedeutet zyklische Abfrage genau? Abfrage alle 10min, jede Stunde, alle 24 Stunden?).

Spannend wird sicher werden, inwieweit die Wiener Linien hier nachziehen – beim nächsten OGD Plattform Wien Treffen am 27. Oktober 2011 wird es ja wieder einen Schwerpunkt Verkehr mit Vertretern der Wiener Linien geben, wo voraussichtlich über den Stand der OpenData-Strategie innerhalb der Wiener Linien/des VOR berichtet werden wird.

Zusammenfassung

Ohne alle Datensätze im Detail begutachtet zu haben, denke ich, dass die Stadt Linz mit ihrem Datenkatalog einen guten Start hingelegt hat. Die Plattform macht einen aufgeräumten Eindruck – auch die für Österreich erstmalige Integration der Metadatenkatalogsoftware CKAN der Open Knowledge Foundation, welche z.B. auch für www.data.gov.uk verwendet wird, dürfte auf den ersten Blick gut gelungen sein.

Auch die hohe Anzahl der bereits zu Beginn verfügbaren 90 Datensätze lässt hoffen, dass auch in Linz das Datenportal nachhaltig betrieben wird. Die nächsten Wochen werden zeigen, welche Apps und Visualisierungen aus den Daten entstehen werden – auf der Webseite wurde dafür ein eigener Anwendungs-Bereich eingerichtet, im Frühjahr wird es basierend darauf auch einen Apps4Linz-Wettbewerb geben.

Am CreateCamp Wien am 8./9. Oktober im Museumsquartier Wien wird es übrigens auch die Möglichkeit geben, gemeinsam mit anderen interessierten Personen mit den Linzer Daten zu experimentieren.

KDZ veröffentlicht Open Government Vorgehensmodell v1.1

In Zusammenarbeit mit der Stadt Wien hat das KDZ ein Vorgehensmodell für die Implementierung von Open-Government-Initiativen entwickelt. Es basiert auf dem 4-Phasen-Modell von Lee/Kwak 2011 und wurde für Verwaltungen in Österreich angepasst.

Insbesondere wird ein Modell für ein internes Datenmonitoring vorgestellt, mit dem geeignete Datenbestände identifiziert werden können.

Open Government ist eine umfassende Neugestaltung von Politik- und Verwaltungshandeln im Sinne eines modernen Public Managements. Im Vorgehensmodell ist Open Government Data die erste von vier Phasen und somit die Grundlage für Open Government.

Das Dokument behandelt in der aktuellen Version vor allem das Thema Open Government Data. Trotzdem bleibt der Bezugsrahmen zu Open Government stets gewahrt , da die Öffnung von Verwaltungsdaten ohne diesen Bezugsrahmen nicht zielführend ist. Das PDF-Dokument enthält das Vorgehensmodell, das Excel File kann für das interne Datenmonitoring verwendet werden.

Die Version 1.1 des Vorgehensmodells mit eingearbeiteten Rückmeldungen des Umweltbundesamtes wurde nun veröffentlicht.

Durch die Veröffentlichung soll eine breite Diskussion über die weitere Verfeinerung des Vorgehensmodells ermöglicht werden. Kommentare, Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge sind daher sehr willkommen!

[file] Open Government Vorgehensmodell KDZ V1.1.pdf 765.01 KB
[file] Open Government Datenmonitoring KDZ V1.1.xls 163 KB
[file] Open Government Datenmonitoring KDZ V1.1.ods 111.14 KB

Quelle: http://www.kdz.eu/de/open-government-vorgehensmodell

Von Open Data zu (e-)Partizipation

“Die Verfügbarkeit von Primärdaten hat den politischen Dialog versachlicht”

Wilhelm Vogel, Umweltbundesamt, zitiert den damaligen Umweltminister Wilhelm Molter im Rahmen der OGD Konferenz 2011 im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Abfalldaten

Im Rahmen des Aktionstages “Freiheit statt Angst” am 10.9.2011 war ich eingeladen, einen Vortrag zum Thema Open Data/Open Government im Metalab zu halten. Nachfolgend die meine Slides und eine Videoaufzeichnung des Vortrags, in dem ich versucht habe, die Entwicklung von Open Data hin zu (e)Partizipation im Rahmen des Open Government Modells aufzuzeigen – ich hoffe, es ist mir einigermaßen verständlich gelungen :-).


Veröffentlicht unter CC NC-BY-SA 3.0 von Peter Scharmüller

Open Government einfach erklärt (Video)

Die Regierungen von insgesamt 46 Ländern haben sich am Dienstag in New York offiziell zur Open Government Partnership zusammengeschlossen. Details hierzu siehe heise.de, folgender open3-Blogbeitrag und auch die Präsentationen auf Slideshare.

Die Initiative hat sich das Ziel gesetzt, offene und rechenschaftspflichtige Regierungen zu fördern sowie Bürger zu bevollmächtigen, gegen Korruption anzukämpfen, sie durch wirtschaftliche Impulse zu unterstützen oder beispielsweise ein innovationsfreundliches Klima zu fördern.

Österreich ist im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, Norwegen, Spanien oder bspw. Schweden derzeit nicht Mitglied.

Das nachfolgende grossartige Video erklärt mit Beispielen aus der Praxis anschaulich, was Open Government bedeutet und welcher Nutzen für die Gesellschaft als Ganzen daraus gewonnen werden kann. Siehe hierzu auch das Stufenmodells von Open Government.

Transparency + Participation = Accountability, Effectiveness, Efficiency

Open Government from The Academy on Vimeo.