Wann startet Statistik Austria mit OpenData?

Gastbeitrag von Thomas Turcis mit Infos zu seiner Anfrage bei der Statistik Austria zu deren Open Data-Plänen:

statistik

Österreich ist in Sachen OpenData ganz vorne mit dabei. Aber warum machen die Statistikbehörden dabei nicht mit?

Viele Bundesländer, einige Städte und Gemeinden haben bereits ein eigenes OpenData-Portal oder stellen ihre Daten auf data.gv.at bereit. Der größte Datenhalter, die Statistik Austria, nimmt derzeit nicht daran teil. Warum ist das so?

Vor einem Jahr hat der Generaldirektor von Statistik Austria, Konrad Pesendorfer, in einem Interview erklärt, dass „wir [daran] arbeiten, ein ausgewähltes Set von Datensätzen zu erstellen, das dann allen Anforderungen von Open Data vollständig genügen und der Community zur Verfügung stehen wird. Es ist auch geplant, dieses Angebot regelmäßig zu erweitern. Ebenso wird sichergestellt sein, dass sich die Datensätze – es wird sich wohl überwiegend um Zeitreihen handeln – automatisiert aktualisieren.“

Bisher ist nichts geschehen. Statistik Austria hat weder ein eigenes OpenData-Portal noch steuert es irgendwelche Datensätze auf data.gv.at bei. Letzten Monat habe ich daher bei der Bundesanstalt Statistik Österreich nachgefragt wie weit der Stand der Umsetzung ist. Eine ausführliche Antwort habe ich bekommen. Gleich vorweg: Alles wird gut (hoffentlich).

Statistik Austria habe in der Vergangenheit bereits überprüft, ob sie Daten auf data.gv.at besteuern könne. Allerdings waren ihre vorhandenen Datenfiles nicht maschinenlesbar und (was ein größeres Problem darstellte) ihr bisher genutztes Lizenzmodell nicht Creative Commons-kompatibel. Somit wurde entschieden sich nicht auf der OpenData Plattform zu beteiligen.

Es tut sich allerdings etwas unter der Haube: „In der Folge und nach internen Diskussionen wurde entschieden, eine eigene OpenData Web-Plattform zur Verfügung stellen, die ausgewählte Datensätze von Statistik Austria beinhalten wird. Diese werden dann als CSV-Files als maschinenlesbare Daten zur Verfügung stehen und auch explizit der CC Lizenz entsprechen.“ und „Im Herbst erfolgt dann neben der technischen Umsetzung auch die interne Diskussion über  die inhaltliche  Befüllung (welche Datensätze).  Somit denke ich, dass wir (bei allen Unwägbarkeiten) im ersten Quartal 2014  mit einer Inbetriebnahme dieser Plattform rechnen können.“

Die gute Nachricht: OpenData wird kommen.

Es wird allerdings eine eigene Plattform geben, die vor einem Jahr noch abgelehnt wurde. Und eine CC-Lizenz scheint nun doch möglich zu sein.

reposted from http://thomas.tursics.de/2013/09/wann_startet_statistik_austria_mit_opendata/

Up Down Vienna – Aufzugsstörungs-App für Wien

“Gut Ding braucht Weile”

Vor mehr als 3 Jahren wurde am BarCamp Vienna 2010 darüber diskutiert, ob nicht auch Wien eine App wie UpDownNYC in New York (nicht mehr online) brauchen könnte. Diese sollte die Störungen der öffentlichen Aufzüge anzeigen, damit auf Aufzüge angewiesene Personen ihre Routen durch Wien besser planen können.

Um aufzuzeigen, dass diese Daten als Open Data bereitgestellt hier einen wesentlichen Mehrwert bieten könnten, habe ich das Projekt “ubahnaufzug.at – 24 Stunden Mobilität durch Open Data” (Archiv-Ansicht anzeigen) gestartet, an dem von folgenden Personen mitgearbeitet haben:

Ergebnis war eine Webplattform basierend auf http://markaspot.de/, auf der Bürger defekte Aufzüge melden konnten. Nachfolgend das Video, welches wir in diesem Zusammenhang produzierten:

Nach mehr als 3 Jahren ist es nun soweit, dass diese Daten direkt von den Wiener Linien als Open Data zur Verfügung gestellt werden.

Sindre Wimberger und Nico Grienauer haben nun – gemeinsam mit BIZEPS – Zentrum für Selbstbestimmtes Leben – die WebApp Up Down Vienna erstellt, welche seit kurzem unter http://www.updownvienna.com/ verfügbar ist.

Ziel der App ist es, eine ortsunabhängige Information über Aufzugsstörungen bzw. Wartungen der Wiener Linien zu bekommen. Besonders Augenmerk wurde bei der Umsetzung auf die mobile Darstellung, einfache Bedienung, die leichte Erfassbarkeit der Inhalte sowie Hilfestellungen durch Icons gelegt. Für mobilitätseingeschränkte Menschen sind diese Informationen besonders im Vorfeld einer Fahrt notwendig, um diese planen zu können.

Vorteile der webbasierenden Anwendung sind, dass diese unabhängig vom Betriebssystem genutzt werden kann, ohne diese installieren zu müssen.

Video zur App:

Screenshot:

updownvienna-iphone

Somit kann das Projekt ubahnaufzug.at nun offiziell als abgeschlossen betrachtet werden

(@Projektteam: die Abschlußfeier sollten wir allerdings doch noch nachholen 😉 )

Visualisierung der Hypo-Alpe-Adria-Banken-Staatshilfen

Die Journalistin und Moderatorin Corinna Milborn hat auf Twitter folgende Frage gestellt:

Die Antworten hierzu waren vielfältig und können hier nachgelesen werden.

Meine These dazu ist, dass BürgerInnen zwar sehr wohl an derartigen Themen interessiert sind, aber lieber über Themen wie z.B. die neugestaltete Mariahilfer-Straße diskutieren, weil diese für sie greifbarer sind als z.B. 13stellige Eurobeträge. Dies heißt aber nicht unbedingt, dass derartige Größenordnungen nicht auch verständlich vermittelt werden könnten – va. wenn die Rohdaten dazu als Open Data verfügbar wären, wie dies z.B. in Großbritannien mit Hilfe der Webseite http://wheredoesmymoneygo.org/ der Fall ist.

Eines der ersten open3-Projekte beschäftigte sich auch mit einer ähnlichen Problematik: die Visualisierung der Budgetkürzungen 2011-2014 bzw. des Gesamtbudgets 2011-2014. Bei diesem Projekt wurde eine sogenannte Treemap erstellt, um eine interaktive Visualisierung zu erstellen, welche bereits auf den ersten Blick einen Überblick über eine hochkomplexe Materie wie die des Budgets gibt, ohne dass zuvor Detailtabellen analysiert werden müssen:

sparpaket-treemap

Derartige Visualisierungen lassen sich umso einfacher erstellen, je mehr Rohdaten in maschinenlesbarer Form (=open data) dazu verfügbar sind.

Auch im Falle der Staatshilfen für die Hypo-Alpe-Adria ist dies, wie bei der vorangegangen Visualisierung, leider nur sehr begrenzt der Fall. Basierend auf einem Artikel im Wirtschaftsblatt und dem Bundesfinanzrahmen 2014-2017 auf der BMF-Webseite habe ich es aber trotzdem gewagt, eine Visualisierung zu erstellen, welche die Hypo-Alpe-Adria-Banken-Staatshilfen in Vergleich zu einzelnen Budgetbereichen des Bundes setzt:

Bundesfinanzrahmen-2014-2017_vs_Bankenstaatshilfen-bis-2017-klein

Größere Version der Grafik anzeigen (1480×960 Pixel)

Anmerkungen:

  • ich habe mich an die Bezeichnungen des Bundesfinanzrahmens gehalten und gewisse Bereiche für die Visualisierung ausgewählt. Werte mit hoher Abweichung vom Durchschnitt (wie zB Verfassungsgerichtshof +19649%) wurden nicht berücksichtigt, weil sonst die Visualisierung nicht mehr lesbar gewesen wäre.
  • das Gesamtbudget der ausgewählten Bereiche ergibt sich aus der Summe der Ausgaben 2014 bis 2017 auf Basis des Bundesfinanzrahmens
  • die visualisierten Kosten für die Hypo-Alpe-Adria-Banken-Staatshilfe basieren auf den worst-case-Berechnungen, welche im Wirtschaftsblatt veröffentlicht wurden
  • die Daten des Bundesfinanzrahmens wurden manuell von PDF in ein maschinenlesbares Format übertragen – alle Angaben sind daher ohne Gewähr!

Die Rohdaten der Visualisierung sind hier abrufbar und können gerne weiterverwendet werden.

Grundsätzlich bin ich überzeugt, dass die Diskussion über Themen wie z.B. der Banken-Staatshilfe sachlicher und breiter geführt werden könnten, wenn eine bessere Verfügbarkeit von (maschinenlesbaren) Rohdaten gegeben wäre.

Unter https://wahlmonitor.at/ kann man sich jedenfalls im Hinblick auf die bevorstehenden Nationalratswahlen über die Positionen der antretenden Parteien zu Themen wie Open Data informieren. Auch auf der Webseite der Initiative http://www.transparenzgesetz.at/ sind Informationen darüber zu finden, welche politischen Weichenstellungen notwendig wären, um einen dauerhaften Zugriff auf derartige Rohdaten zu ermöglichen.

Update 11. Februar 2014:

Die Visualisierung ist leider schon wieder veraltet – laut orf.at soll die Kosten bis zu 19 Milliarden Euro betragen. Für eine seriöse Aktualisierung der Visualisierung fehlt leider detaillierteres Datenmaterial (Frage ist, ob die 19 Milliarden auch bis Ende 2017 fällig wären, dann wäre der Vergleich mit den Budgets der ausgewählten Ressorts noch passend).

Land OÖ startet “APP”ER AUSTRIA AWARD

ooe_logoDas Land Oberösterreich hat im Rahmen einer Pressekonferenz durch Landeshauptmann Dr. Pühringer den offiziellen Startschuss für den oberösterreichischen OGD-App-Wettbewerb gegeben. Dabei wurden auch 105 Datensätze aus unterschiedlichsten Fachbereichen unter freigegeben. Ab sofort kann auf data.ooe.gv.at eingereicht werden – Einreichfrist ist der 31. Jänner 2014.

„Von diesem Wettbewerb erwarten wir uns viele gute Ideen und Anwendungen zur nachhaltigen Entwicklung unserer Standort- und Lebensqualität. Eine Chance für die kreativen Köpfe unseres Landes“, so Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer.

Die Details zum Wettbewerb gibt es auch online unter http://www.land-oberoesterreich.gv.at/cps/rde/xchg/ooe/hs.xsl/125193_DEU_HTML.htm

Die Details zur Pressekonferenz finden Sie unter http://www.land-oberoesterreich.gv.at/cps/rde/xbcr/ooe/PK_LH_Dr._Puehringer_LAD_Dr._Pesendorfer_2.9_Internet.pdf

Weitere Informationen finden Sie auch unter: http://data.ooe.gv.at

Quelle: data.gv.at

EU-Konsultation für mehr Open Data gestartet

Die EU-Kommission bittet um Unterstützung bei der Ausarbeitung von Leitlinien und um praktischen Rat, um die Weiterverwendung von Wetterdaten, Verkehrsdaten, Daten aus öffentlich finanzierter Forschung, Statistiken, digitalisierten Büchern und anderen Arten von Informationen des öffentlichen Sektors (Public Sector Information, PSI) zu fördern.

Interessierte Kreise können bis zum 22. November 2013 Beiträge einreichen und dadurch die wirksame Umsetzung der kürzlich geänderten PSI-Richtlinie unterstützen, deren Ziel es ist sicherzustellen, dass Behörden mehr Informationen kostengünstig oder sogar kostenlos für die Nutzer bereitstellen. In Wien wurde gerade ein weiterer Schritt in diese Richtung unternommen

“Wir haben eine neue Richtlinie über Informationen des öffentlichen Sektors erfolgreich auf den Weg gebracht. Nun müssen wir sie so umsetzen, dass ein Binnenmarkt für diese Daten entsteht, so dass Unternehmen europaweite Apps und andere Innovationen einführen können. Um europaweit Nutzen aus diesen Daten ziehen zu können, müssen die Vorschriften in klarer und einheitlicher Weise angewandt werden”, erklärte die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Neelie Kroes.

Die Ergebnisse dieser Konsultation sollen in die Leitlinien einfließen, die 2014 veröffentlicht werden. Laut einer kürzlich durchgeführten Studie könnte der für die EU aus der leichteren Verfügbarkeit von Informationen des öffentlichen Sektors erwachsende wirtschaftliche Nutzen bei bis zu 40 Mrd. Euro jährlich liegen. Die Wachstumsrate von Unternehmen mit Zugang zu kostenlosen PSI ist um 15 Prozent höher als die jener Unternehmen, die für PSI zahlen müssen, so die EU-Kommission.

In Wien ist gerade ein weiterer Schritt in Richtung mehr Open Data getan worden. In Zukunft werden auch die aktuellen Abfahrtszeiten aller von den Wiener Linien betreuten Öffis allen zur Verfügung stehen. Künftig sollen auch Störungen und Verkehrsprobleme abgefragt werden können. Die Plan- und Echtzeitdaten werden auch Unternehmen zur Verfügung stehen, die diese zum Beispiel für die Entwicklung von Handy-Apps verwenden können. “Dass in Zukunft alle Fahrplandaten der Wiener Linien von allen in Echtzeit abgerufen werden können, ist ein weiterer Meilenstein der auch international ausgezeichneten Open-Government-Politik Wiens und der Wiener SPÖ”, so die Wiener SP-Informationstechnologie-Sprecherin und Gemeinderätin Barbara Novak am Freitag. “Erst vor Kurzem hat eine britische Studie Wien als eine der Top-10-Internethauptstädte der Welt gekürt – mit diesem Schritt baut Wien seine Position weiter aus.” (pi/rnf)

reposted from www.computerwelt.at