Ö1 Radiokolleg – Neuraths Enkel

Der Radiosender Ö1 startet am 9. Mai ein Radiokolleg zu Otto Neurath – Soziale Philosophie, ISOTYPE & Visuelles Lernen. Gestaltet wird dieses von Hannes Groiss.

In der letzten Folge am Donnerstag 12. Mai um 9:30 Uhr diskutieren u.a. Carl-Markus Piswanger und ich, inwieweit Otto Neuraths Arbeiten sich auf Aspekte des Open Government auswirken (können).

Der österreichische Philosoph und Ökonom Otto Neurath verfasste zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Lesebuch für Volkswirtschaftslehre und war in der Münchner Räterepublik im Wirtschaftsressort tätig. Eine seiner radikalen Utopien war es, Tauschhandel an Stelle von Geldflüssen einzuführen. In den 1920er Jahren organsierte er mit Größen der österreichischen Architekturgeschichte, wie Margarete Schütte-Lihotzky und Adolf Loos, den Wiener Siedlungs- und Kleingartenverband, dessen Ziel es war, der vorherrschenden Wohnungsnot nach dem 1. Weltkrieg entgegenzuwirken. Zur Visualisierung von komplexen, empirischen Fakten konzipierte Otto Neurath mit dem gesellschaftskritischen Künstler Gerd Arntz ISOTYPE, das „International System of Typographic Picture Education“, also ein System der Erziehung durch Bilder. Dieses ist bis heute formgebend für statistische Visualisierungen, aber auch für die Entwicklung von Leitsystemen auf Flughäfen,  Bahnhöfen oder in Spitälern. Als “Social Engineer” glaubte Neurath an die Planbarkeit des guten Lebens und als Mitglied des Wiener Kreises, einer Gruppe von Wissenschaftstheoretikern, strebte er nach einer Einheitswissenschaft und Universalsprache. Er starb 1945. Neurath ist in vielerlei Hinsicht ein Vorbild: Grundlagen des sozialen Wohnbaus, die systematisierte Bildsprache und ein einzigartiges Modell zur Öffnung der Wissenschaften lassen sich auf sein Schaffen zurückführen. Grafiker, Designer, Ökonomen, Philosophen aber auch Künstler und Internetaktivisten beziehen sich auf den Visionär.  Hans Groiss erzählt Biografisches über den Universalgelehrten und sucht nach Erben von Neurath’s Werk in der Gegenwart.

9. Mai – Teil 1: Wer ist Neurath?
Günther Sander
Wolfgang Maderthaner
Friedrich Stadler
Frank Hartmann

10. Mai – Teil 2: Siedlerbewegung und neue Formen des Museums
Wolfgang Maderthaner
Elisabeth Nemeth (Interview mit Nicole Dietrich)
Gerhard Halusa
Hadwig Kräutler

11. Mai – Teil 3: Isotype und visuelles Lernen
Peter Bettelheim
Chris Burke
Eric Kindle

12. Mai – Teil 4: Das Erbe
Wolfgang Maderthaner
Erwin K. Bauer
Carl-Marcus Piswander
Robert Harm

Quelle: http://oe1.orf.at/programm/274350

Für Ö1 Club Members wird es die Sendung als Podcast 7 Tage lange zum Nachhören geben. Eine Veröffentlichtung hier im Blog ist aus rechtlichen Gründen leider nicht erlaubt.

Linz initiiert einheitliche Lizenz für Open Government Data in Österreich

Initiative der Stadt Linz soll Rechtssicherheit in Sachen Open Commons schaffen.

Open Commons bieten viele Möglichkeiten und Chancen. Das digitale Gemeingut ist jedoch kein rechtsfreier Raum. Die Stadt Linz will daher für ihr richtungsweisendes Open Commons Projekt Rechtssicherheit schaffen. In Zusammenarbeit mit dem auf Fragen der Internetnutzung spezialisierten Salzburger Juristen Dr. Franz Schmidbauer (Mitglied des Beirats der Open Commons Region Linz) wurde ein Regelwerk für die Nutzung von Open Government Data ausgearbeitet. Dieser Vorschlag wird nun verschiedenen potenziellen Nutzern wie Interessensgruppen, Städten und Communities präsentiert und zur Diskussion gestellt. Sie sind herzlich eingeladen, am Diskussionsprozess teilzunehmen und ganz im Sinne der Open Commons-Philosophie Anregungen und Verbesserungsvorschläge zu übermitteln.

Die Lizenzierung und den Verhaltenskodex können sie hier herunterladen:

Lizenzierung_Kodex_Linz (odt, 134KB)

reposted from Linz Open Commons-Blog

Studie zu Open Government listet Kriterien für Öffentlichkeit auf

reposted from http://blog.kooptech.de, Twitter: @kooptech

Wie kann man die Offenheit einer Regierung bemessen? Welche Kriterien kommen zum Anschlag, um feststellen zu können, ob ein Land eine offenere Regierung hat wie ein anderes? Das britische Partzipations-ThinkTank Involve hat für die OECD 2009 eine Studie dazu verfasst, die jetzt erst frei gegeben wurde:
Open Government – beyond static measures (PDF).

[...]

Zu den Schlüsselmaßnahmen für “Open Government” zählt die Studie folgende:

  • Gesetz für Informationszugang (in Deutschland in fünf Bundesländern noch immer nicht vorhanden)
  • Ombudsmann bzw. Beauftragter für Informationsfreiheit (s.o.)
  • Eine höhere Auditinstitution (in Deutschland gleichbedeutend mit den Beauftragten für Informationsfreiheit)
  • Gesetz über Verwaltungsvorgänge
  • Datenschutzgesetz
  • E-Government-Policy
  • Whistleblowing-Schutz-Policy
  • Policy zur Offenlegung von Informationen im öffentlichen Interesse
  • Konsultations-Policy (Institutionen müssen Bürger und Stakeholder in Entscheidungsprozesse einbeziehen)
  • Gesetze, die das Recht einräumen, von Behörden veranstaltete Treffen zu beobachten

Zu den von der Studie ausgewählten Indikatoren gehören dann nur zum Teil die oben gelisteten Maßnahmen, da sie teilweise bereits über andere Berichte abgedeckt werden:

Indicators relating to law on access to information and documents:

  • The law presumes proactive publication of information.
  • The implementation of the law meets citizens’ demand for information.
  • The law ensures equal access to information and documents for all citizens.
  • Complaints/appeals mechanisms available meet the needs of citizens,

Indicators relating to Ombudsman/Information Commissioner Institutions:

  • The Ombudsman/Information Commissioner is independent of the Executive.
  • The Ombudsman/Information Commissioner’s’ findings are acted upon.
  • The Ombudsman/Information Commissioner provides equal access to its reports and services for all citizens.

Indicators relating to Supreme Audit Institutions:

  • The Supreme Audit Institution is independent of the Executive.
  • The Supreme Audit Institution’s findings are acted upon.

Indicators relating to consultation policies:

  • Public bodies are required to consult with citizens or other stakeholders in decisionmaking

[...]

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